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Indirekteinleiterkontrolle

Allgemeine Informationen

Das Land Niedersachsen schreibt in seinem Landeswassergesetz fest, wie Abwasser beseitigt werden muss. Zur Abwasserbeseitigung gehört:

- die Abnahme des Abwassers aus jedem Haushalt und jedem Betrieb,
- der Transport des Abwassers über ein Kanalsystem oder mit Hilfe von Abfuhrfahrzeugen,
- die Reinigung des Abwassers in einer Kläranlage.

Diese umfassende Aufgabe hat das Land den Städten und Gemeinden übertragen, die in Satzungen vorschreiben, wie im einzelnen die Abwasserbeseitigung abläuft. Hierzu gehört auch die Vorschrift, dass nicht alle Flüssigkeiten in das Kanalnetz gelangen dürfen. Das Abwasser muss einer bestimmten Qualität entsprechen, d. h. festgelegte Grenzwerte für bestimmte Stoffe dürfen nicht überschritten werden. Hier setzt die Indirekteinleiterüberwachung ein.

Indirekteinleiter ist jeder, der Abwasser nicht direkt in die Gewässer einleitet, sondern über ein Kanalnetz und eine Kläranlage. Den Industrie- und Gewerbebetrieben, die als Indirekteinleiter an eine Kläranlage angeschlossen sind, gilt besondere Aufmerksamkeit. Ihr Abwässer enthalten eventuell Inhaltsstoffe, die nicht in das Kanalsystem und in die Kläranlage gelangen dürfen, da sie in den Kläranlagen häufig nicht oder nur unzureichend abgebaut werden. Die Kontrolle der gewerblichen und industriellen Abwässer auf die Einhaltung der Grenzwerte hilft, die in den Kanal- und Kläranlagen arbeitenden Menschen vor Gesundheitsschäden zu bewahren und Störungen und Schädigungen im Reinigungsprozess der Kläranlage zu vermeiden. Außerdem führt die Verringerung von Schadstoffen im Abwasser zur Entlastung des Klärschlammes. Denn jeder Schadstoff, der vor der Einleitung in das Kanalnetz zurückgehalten wird, gelangt nicht in den Klärschlamm.

Grundlage der Überwachung ist das EDV-gestützte Abwasserkataster. Die Software hierfür ist in der Stadtentwässerung entwickelt worden und erfasst alle industriellen und gewerblichen Betriebe im Stadtgebiet. Erfasst werden Daten wie:

- allgemeine Angaben zum Betrieb (Name, Anschrift, Wirtschaftszweig),
- Beschreibung der Produktion,
- Art und Zusammensetzung des Abwassers,
- betriebliche Vorreinigung,
- satzungs- und wasserrechtliche Regelungen.

Die Überwachung der Indirekteinleiter erfolgt durch Betriebskontrollen und Analysen von Abwasserproben. Im Labor wird gemessen, ob die zulässigen Schadstoffkonzentrationen überschritten werden. Je nach Gefahrenpotential und emittierter Fracht der Industrie- und Gewerbebetriebe ergibt sich auch die Überwachungshäufigkeit der Abwasserproben. Sie kann durch neue, verbesserte Produktions- und Abwasservorbehandlungsanlagen verringert werden. So können z. B. Quecksilber-Analysen bei Zahnärzten entfallen, wenn diese zugelassene Amalganabscheider verwenden. Regelmäßige Kontrollen durch die Stadtentwässerung, Wartungsarbeiten und Eigenkontrollen, die in den Betriebsbüchern dokumentiert werden, gewährleisten die optimale Funktion dieser Anlagen. Bei Beanstandungen können auch Bußgelder und Zwangsgeldverfahren eingeleitet werden.

Für gewerbliche Einleitungen werden in der Entwässerungserlaubnis spezielle Einleitungsbedingungen und Abwasservorbehandlungsmaßnahmen sowie die Eigenkontrolle nach der Abwassersatzung festgelegt. Dadurch wird eine umweltgerechte Abwasserbeseitigung sichergestellt. Die Abwassersatzung gilt für jegliche Einleitung in die Kanalisation, während nach der Indirekteinleiterverordnung nur für solche Teilströme Anforderungen festgelegt werden können, die gefährliche Stoffe enthalten und aus bestimmten Bereichen stammen.

Fett- und Benzinabscheider
Zu den Indirekteinleitern gehören u. a. Betriebe, die Betreiber von Fett- oder Benzin- und Ölabscheideranlagen sind. Fette, besonders so große Mengen wie sie in Restaurants und Imbissstuben anfallen, dürfen nicht in das Abwasser- und Kanalsystem gelangen. Sie verunreinigen Anschlusskanäle und können den Abfluss behindern. Die dadurch erforderliche Reinigung verursacht immense Kosten. Steigende Abwassergebühren sind die Folge.

Die Stadtentwässerung Hannover bietet im Bereich der Abscheiderreinigung einen Beratungsservice an und vereinbart bedarfsgerechte Reinigungsintervalle. Kunden sind neben Restaurants, Schlachtereien und Großbetrieben wie die Mensa auch die Medizinische Hochschule und die Deutsche Bahn AG.

 

Rechtsgrundlage

Mit der Niedersächsischen Indirekteinleiterverordnung (IVO) von 1990, abgelöst von der Abwasserverordnung von 1997 und der Novellierung des Niedersächsischen Wassergesetzes vom Februar 1998, wird das Einleiten von bestimmtem Abwasser mit gefährlichen Stoffen in öffentliche Abwasseranlagen einer Genehmigungspflicht unterworfen. Eine Genehmigung wird davon abhängig gemacht, ob industrielle oder gewerbliche Abwässer vor Einleiten in die Kanalisation vorbehandelt werden. Erzielt die Vermeidung oder Abwasservorbehandlung keine Erfolge, so kann die Übernahme das Abwassers verweigert werden.

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