Stadt Wunstorf

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Denkmalschutz

Allgemeine Informationen

Die Bauordnung der Stadt Wunstorf ist gleichzeitig untere Denkmalschutzbehörde und zuständig für:

  • Auskünfte aus der Denkmalliste
  • Genehmigungen nach dem Denkmalschutzgesetz
  • Beratung über denkmalrechtliche, technische und gestalterische Fragen bei geplanten Maßnahmen
  • Fördermöglichkeiten (Zuschüsse und Steuervergünstigungen)
Verfahrensablauf

Denkmalrechtliche Genehmigung

Fast alle Eingriffe an Baudenkmalen unterliegen der Genehmigungspflicht, unabhängig davon, ob die Maßnahme baugenehmigungspflichtig ist. So sind nach dem Denkmalschutzgesetz z. B. auch Erneuerungen von Anstrichen und Putzen, der Austausch von Fenstern, der Einbau einer neuen Heizung, das Anbringen von Verkleidungen und Werbeanlagen sowie Abbrucharbeiten genehmigungspflichtig. Dies ist erforderlich, um sicherzustellen, dass keine Schäden am Denkmal durch unsachgemäße Maßnahmen (z. B. durch zu dichten Anstrich oder den Einbau von Kunststofffenstern) entstehen.

Der Antrag ist schriftlich mit allen zur Beurteilung erforderlichen Unterlagen bei der unteren Denkmalschutzbehörde einzureichen. Welche Unterlagen im Einzelfall vorzulegen sind, ist abhängig vom Umfang der Maßnahme und sollte möglichst mit dem o. g. Ansprechpartner abgesprochen werden. In der Regel sind mindestens Zeichnungen zum Bestand und zum geplanten Neuzustand sowie eine Maßnahmenbeschreibung und - Begründung erforderlich. Bei einfachen Maßnahmen reichen u. U. Fotos und eine Beschreibung.

Sofern das Bauvorhaben auch baugenehmigungspflichtig ist, schließt die Baugenehmigung die denkmalrechtliche Genehmigung ein.

Voraussetzungen

Denkmalschutzliste

In diesem Verzeichnis sind alle Objekte aufgeführt, die vom Landesamt für Denkmalpflege als schützenswert eingestuft worden sind. In der Mehrzahl handelt es sich dabei um Gebäude, es können aber auch Brücken, Gartenanlagen, Gedenkstätten und anderes unter Denkmalschutz stehen.

Die Liste enthält zurzeit ca. 300 Eintragungen in Wunstorf und ist von jedem Interessierten einsehbar.

Es wird unterschieden zwischen Einzeldenkmalen und solchen, die Teil einer Gruppe denkmalgeschützter Anlagen sind (Ensemble). So können ganze Straßenzüge wegen ihrer städtebaulichen Wirkung als Ensemble in der Liste stehen. Denkmalrechtlich relevant ist dann in der Regel nur die Fassade, gleichzeitig können jedoch Gebäude aus der Gesamtanlage auch Einzeldenkmale sein. Die Einstufung und Begründung durch die Denkmalfachbehörde ist ausschlaggebend für die Zulässigkeit und die Förderungsfähigkeit von Maßnahmen am Gebäude.

Da die Liste in Niedersachsen nur nachrichtlichen Charakter hat, ist die Denkmaleigenschaft jedoch nicht abhängig von der Eintragung. Es kann sein, dass ein Gebäude unter Denkmalschutz steht, obwohl es (noch) nicht in der Liste aufgeführt ist.

Im Zweifel sollten also Auskünfte bei der Stadt Wunstorf eingeholt werden.

Welche Gebühren fallen an?

Für denkmalrechtliche Genehmigungen werden keine Gebühren erhoben.

Was sollte ich noch wissen?

Zuschüsse

Soweit der Haushaltsplan dies zulässt, können Fördermittel zur Erhaltung und Instandsetzung von Denkmalen vom Land Niedersachsen bereitgestellt werden. Gefördert wird der Mehraufwand für eine denkmalgerechte Ausführung.

Ein entsprechender Antrag auf Zuschüsse ist rechtzeitig vor Baubeginn formlos über die untere Denkmalschutzbehörde zu stellen.

Voraussetzung für die Bewilligung ist die denkmalrechtliche Genehmigung der geplanten Maßnahme, darüber hinaus können Landeszuwendungen mit weiteren Auflagen verbunden werden. Ein konkreter Anspruch auf Förderung besteht nicht.

Steuervergünstigungen

Das Einkommensteuergesetz (EStG) sieht für Baudenkmale erweiterte Abschreibungsmöglichkeiten vor.

Baudenkmale, die zu eigenen Wohnzwecken genutzt werden: Im Jahr der Herstellung und in den folgenden 9 Jahren können jeweils bis zu 9 % der begünstigten Herstellungskosten (z. B. für Umbaumaßnahmen) wie Sonderausgaben vom zu versteuernden Einkommen abgezogen werden. Dies gilt nur für Aufwendungen soweit sie noch nicht nach § 10 e EStG oder gemäß Eigenheimzulagegesetz berücksichtigt worden sind. Die Abschreibung kann nur einmal (Eheleute zweimal) in Anspruch genommen werden. Ein weiterer Vorteil gegenüber anderen Eigenheimen besteht darin, dass auch anerkannte Kosten für genehmigte Erhaltungsaufwendungen (Sanierungs- und Instandsetzungsmaßnahmen) absetzbar sind.

Baudenkmale, die zur Einkunftserzielung genutzt werden (z. B. durch Vermietung): Hier können die begünstigten Herstellungskosten zu 100 %, verteilt auf 12 Jahre, abgeschrieben werden. Dabei gibt es keine Einschränkung hinsichtlich der Anzahl der Objekte. Dadurch können sich erhebliche Steuereinsparungen ergeben.

Die Anschaffungskosten für den Erwerb von Altbausubstanz sowie die nicht begünstigten Herstellungskosten sind wie bei anderen der Einkunftserzielung dienenden älteren Gebäuden mit jährlich 2,5 % - bzw. 2 % bei Gebäuden, die nach dem 31.12.1924 fertiggestellt wurden - absetzbar.

Steuerlich begünstigt werden bei Baudenkmalen grundsätzlich nur solche Maßnahmen, die zum Erhalt oder zur sinnvollen Nutzung des Denkmals erforderlich sind. In der Regel werden Kosten für denkmalgerechte Lösungen, die der Anpassung an einen zeitgemäßen - jedoch nicht luxuriösen - Standard dienen, anerkannt.

Eine rechtzeitige Absprache ist empfehlenswert, da nicht alle genehmigungsfähigen Maßnahmen auch begünstigt und damit förderungswürdig sind!

Die Steuerbescheinigung wird auf Antrag von der unteren Denkmalschutzbehörde ausgestellt. Hierfür ist ein entsprechendes Formblatt erhältlich. Voraussetzung ist, dass die Maßnahmen mit der unteren Denkmalschutzbehörde (der Stadt Wunstorf) abgestimmt worden sind. Eine nachträgliche Absprache ist nicht ausreichend.

Weiterhin bestehen mögliche Vergünstigungen bei Gewerbesteuer, Grundsteuer, Umsatzsteuer, Erbschafts- und Schenkungssteuer. Die individuellen steuerlichen Voraussetzungen sollten rechtzeitig mit dem zuständigen Finanzamt oder einem Steuerberatungsbüro geklärt werden. 

Bemerkungen

Sprechzeiten

Dienstag       09.00 - 12.00 Uhr

Donnerstag   09.00 - 12.00 Uhr und 14.30 - 17.00 Uhr

Freitag          09.00 - 12.00 Uhr

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